L319
"Düsseldorfer"
L206 D
"Bremer"
MB 100
T2
Sprinter
Vito/V-Klasse
Vario
Vito/Viano



1977: ein neuer Bestseller, der „Bremer“

1977 schickt Daimler-Benz die früheren Hanomag-Transporter in den Ruhestand, die konstruktiv nicht recht zum Stil und zu den Aggregaten des Hauses passen. Es beginnt die Zeit des nach seiner Herkunft intern als Bremer Transporter oder kurz „Bremer“ bezeichneten Transporters. Er wird ebenfalls als T1 oder auch als TN bezeichnet, einem Kürzel des Codebegriffs „Transporter neu“. Die neuen Modelle entsprechen der inzwischen bewährten Schule für Transporter mit Stern: Der Motor ist vorne unter einer kurzen Haube untergebracht, ragt Platz sparend ein Stück in die Kabine hinein, der Antrieb erfolgt auf die Hinterachse. Im Unterschied
zum Vorgänger mit Rohrrahmen verfügen die geschlossenen Aufbauten jetzt über eine Verbundbauweise aus einem verwindungssteifen Bodenrahmen und einem mittragenden Aufbau.

Auf dieser Basis entwickelt Daimler-Benz eine enorme Bandbreite an Modellen. 2,55 bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht (später auch 4,6 Tonnen, dann mit Zwillingsbereifung), Dieselmotoren von anfänglich 48 kW (65 PS) Leistung beim 207 D und 307 D bis später hinauf zu 70 kW (95 PS) des 210 D/310 D und 410 D mit vier und fünf Zylindern, mehrere Radstände, zahlreiche Aufbau- Tür- und Fenstervarianten: Der Bremer entwickelt sich schnell zum Alleskönner in seiner Gewichtsklasse. Für seine Robustheit steht das Fahrgestell mit blattgefederten Starrachsen vorne wie hinten, für den Komfort der bequeme und längst markentypische
Einstieg hinter der Vorderachse.

Auch optisch leitet der neue Transporter eine Wende ein: Die klar und zeitlos gestaltete Karosserie verfügt als erstes Nutzfahrzeug der Marke über schräge Fenstersimse im Fahrerhaus. Dieses stilprägende Merkmal wird sich im Laufe der Jahre durch die ganze Modellpalette bis hinauf zum schweren Lkw ziehen.

18 Jahre lang bildet der Mercedes-Benz T1 das Rückgrat der Transporter des Unternehmens, mit knapp 970 000 produzierten Exemplaren ist er nicht nur der Bestseller seiner Klasse, er verfehlt auch nur knapp die Million. In seinen letzten Jahren ist er längst kein Bremer mehr, da die Fertigung mittlerweile stufenweise zwischen 1980 bis 1984 nach Düsseldorf verlegt worden ist, damit für Jahre das zentrale Transporterwerk von Daimler-Benz in Deutschland.